„Dark Ads“ – Dunkle Werbung

Der Artikel „Dark Ads” bei Facebook: Wie mit Falschnachrichten Stimmung für den Brexit gemacht wurde auf correctiv.org hat es in sich.

Was steht drin?

Der folgende Beitrag bezieht sich auf den Artikel „Dark Ads” bei Facebook: Wie mit Falschnachrichten Stimmung für den Brexit gemacht wurde

Zwischen den Zeilen gelesen: Wer weiterhin „Facebook“ nutzt, verrät wichtige Informationen über sich, seine Freunde und Bekannte, Familienangehörige und Kollegen. Und diese wiederum über ihre Freunde und Bekannte, Familienangehörige und Kollegen und all jene wiederum über … das ist eine Exponentialfunktion.

Gesammelt werden Millionen von kleinen „unschuldigen“ Informationen über: Was habe ich gelesen? Wann habe ich das gelesen? Und wo? Wer hatte mich darauf aufmerksam gemacht? Welche Freunde habe ich? Was hat mich interessiert? Was habe ich geschrieben? Wann habe ich das geschrieben? Und wo? Wer hat das gelesen und ge-LIKE-t?

Diese Informationen schaffen in Summe ein riesiges Netz von Wissen (Wer liest was? Wer schreibt was? Wer interessiert sich für?) und Verbindungen (Wer kennt wen? Wer kauft was und bei wem und zu welchem Preis? Auch: Wer bewegt sich in welchen Kreisen?).

Dieses Wissensnetz und das Analysieren dieser Informationen IST „BigData“ und wird dazu verwendet, Menschen an ihrer empfindlichsten Stelle zu manipulieren: Im Kreise ihrer Vertrauten – ihrer „vertrauten“ Freunde und „vertrauten“ Meinungen.

Zitat „Wir haben die Anzeigen analysiert. Sie zeigen, wie die politische Forderung nach einem Ausstieg aus der EU an verschiedene Zielgruppen angepasst wurde. Genau das ist das Prinzip von „Dark Ads”. Sie sind nur für Nutzer sichtbar, die als spezielle Zielgruppe für diesen Beitrag definiert wurden. Die Auswahl kann zum Beispiel anhand von Interessen, Wohnort oder Alter getroffen werden. Parteien und Kampagnen können so auch widersprüchliche Aussagen an verschiedene Zielgruppen senden.

und sogar

Zitat „Tierfreunde und Teetrinker als Zielgruppe: Wie spezifisch die definierten Zielgruppen sein können, zeigt sich an folgenden Werbeanzeigen. Offenbar wurden Anzeigen gezielt auf tierliebe Menschen und Teetrinker zugeschnitten. In mehrere Anzeigen wird beispielsweise behauptet, die EU verhindere den Schutz von Eisbären und wolle Teekessel verbieten.

Solch eine genaue Zielgruppen-Ansprache kann aber nur leisten, wer bereits alles über die Zielgruppe weiß. Sie selbst hat alles über sich verraten.

Auch will niemand wahrhaben, wie manipulierbar jeder Einzelne von uns eigentlich ist. Auch Du. Und damit gesamte Gesellschaftsgruppen.

Das aber ist die Gefahr des gesellschaftszersetzenden Einflusses von Facebook: Gesellschaften werden durch Facebook beliebig manipulierbar.

Und jeder, der weiterhin Facebook nutzt, unterstützt dieses System. Mit jedem Beitrag, der gelesen oder geschrieben wird. Mit jedem „Like“.

Aber nachher will es wieder keiner gewesen sein.

Dass es nachher wieder keiner gewesen sein will, scheint mir die Unfähigkeit unserer Spezies zu sein, die eigene kleine Unbedeutendheit auf eine große Zahl von „Millionen von Unbedeutendheiten“ zu abstrahieren. Doch in Summe wird eine gewaltige Wirkungen erzielt. Wie in einem Fußballstadion: Eine Stimme / Deine Stimme ist kaum hörbar. Die Wirkung kommt über die große Zahl, die der Einzelne in seiner Beschränkheit aber nicht überblicken kann.

Gleich mal auf Facebook posten! ;-)

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Ein Kommentar zu „Dark Ads“ – Dunkle Werbung

  1. Stephan sagt:

    Ich hoffe, dass dieser Beitrag fielen die Augen öffnet. Wie wirklich Big Data ist, können wir uns mit unseren kleinen, harmlosen Beiträgen, likes, Bestellungen, Klicks nicht vorstellen. Naivität und Unbelehrbarkeit haben schon ganze Völker dahingerafft.
    Deshalb danke für diesen Beitrag, Hans! Man sieht sich!
    Stephan

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